Präsentation (Deutsch)

Über uns

Das ATILF (frz. Analyse et Traitement Informatique de la Langue Française dt. Computergestützte Analyse und Verarbeitung der französischen Sprache) ist ein Forschungslabor im Bereich Angewandte Sprachwissenschaften. Als „gemischte Forschungseinheit“ (Unité mixte de recherche : UMR 7118) untersteht es dem Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS) auf der einen Seite und der Université de Lorraine (UL) auf der anderen.

Entstanden ist das Labor am 1. Januar 2001 durch den Zusammenschluss des Institut National de la Langue Française (INaLF – CNRS) und des LANDISCO (Langues, Discours, Cognition – Université Nancy 2). 2005 bereicherte es sich um das Forschungszentrum Crapel (Centre de Recherches et d’Applications Pédagogiques en Langues – Université Nancy 2).

Seitens des CNRS ist das ATILF primär an das Institut für Human- und Sozialwissenschaften angegliedert | INSHS sowie sekundär an das Institut für Informationswissenschaften und ihrer Wechselbeziehungen (INS2i). Auf regionaler Ebene untersteht es der Délégation Centre-Est des CNRS.

Auf universitärer Seite ist das ATILF an den Wissenschaftspol Connaissance, langage, communication, cultures (CLCS) sowie an die Ecole doctorale Sciences Langage Temps Culture (SLTC) – ED 78) angebunden.

Das ATILF stützt sich auf eine ausgeprägte Doppelkompetenz in Linguistik und Informatik, welche es ihm ermöglicht, zahlreiche Online-Ressourcen und Tools, darunter eine Reihe von Wörterbüchern sowie andere Nachschlagewerke und Hilfsmittel, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Das ATILF ist Träger des durch das staatliche Investitionsprogramm Equipex (Équipement d’excellence) finanzierten Zukunftsprojekts (PIA) Outils et Ressources pour un Traitement Optimisé de la LANGue (Ortolang), dem Nachfolgeprojekt der Plattform Centre National de Ressources Textuelles et Lexicales (CNRTL), mit 1 811 registrierten NutzerInnen, 450 Ressourcen und einem Datenvolumen von 7,9 To.

Das ATILF hostet das Zugangsportal des Projekts portail lexical mit 700 000 Anmeldungen pro Tag, welches demnächst aktualisiert wird.

Das Forschungslabor zählt 135 MitarbeiterInnen, 5 Forschungsteams und 4 wissenschaftliche Supporttea

Die Aktivitäten des ATILF werden komplementär von 5 Forschungsteams getragen : Lexik | Historische Linguistik des Französischen und Romanischen | Diskurs | Fremdsprachendidaktik und Soziolinguistik (Crapel) | Quellen : Normalisierung, Annotation und Auswertung.

 

Leitung


Alex Boulton

2018 > 2022 | 5 Jahre

Homepage

 

Forschungsziele

Die Forschungsziele des laufenden Fünfjahresplans (2018 – 2022) beziehen sich auf 3 wissenschaftliche Schwerpunkte:

1/ Lexik
2/ Korpora und Quellen
3/ Dynamische Aspekte der Sprache

1/ Das Themengebiet der Lexik ist in zahlreichen Forschungsprojekten für das Französische enthalten, wobei eine Öffnung hin zu anderen Sprachen praktiziert wird, insbesondere den romanischen Sprachen, dem Englischen und dem Deutschen, aber auch zu Sprachen außerhalb des indoeuropäischen Raums, wie zum Beispiel dem Koreanischen. Hierbei wird Lexik innerhalb der verschiedenen Teams sowohl aus einer diachronen als auch aus einer synchronen Perspektive betrachtet. Die Untersuchung der Lexik beschränkt sich nicht einzig auf Lexikologie und Lexikographie, sondern erstreckt sich vielmehr auf andere Teildisziplinen der Allgemeinen und Angewandten Linguistik. Neben der Morphologie, der lexikalischen Semantik oder der Phraseologie, welche sich naturgemäß auf die Lexik konzentrieren, greifen auch eine Anzahl von innerhalb des Labors durchgeführten Forschungsarbeiten in der Psycholinguistik, Soziolinguistik und Sprachdidaktik diese Thematik auf, indem sie sie hinsichtlich ihrer jeweils spezifischen Fragestellungen untersuchen. In den letzten Jahren zeichnete sich zudem eine Hinwendung zu terminologischen und fachsprachlichen Studien ab.

2/ Der Bereich Korpora und Quellen, wesentliche Triebkraft für die Erstellung des Trésor de langue française (TLF) seit den 60er Jahren, wird kontinuierlich weiterentwickelt und diversifiziert. Dabei stellt diese Thematik weit mehr als eine simple Frage der Toolentwicklung dar: Sie unterstreicht die Reflexions- und Forschungsarbeit im Vorfeld sowie den Umstand, dass diese Korpora und Quellen Ergebnisse zeitigen, welche im Nachfeld zu weiteren Forschungen führen. Die seit seiner Gründung geleistete Arbeit eröffnet dem ATILF wie auch der wissenschaftlichen Gemeinschaft die Möglichkeit, eine Vielzahl linguistischer Hypothesen anhand authentischer und dauerhaft gesicherter Beispiele rigoros zu beschreiben, zu quantifizieren, in Modellen zu erfassen, zu testen und/ oder zu überprüfen. Durch die Persistenz der Daten werden die Quellen mit der Gesamtheit der Forschungsgemeinschaft und vielfach auch mit einer breiten Öffentlichkeit teilbar. Dieses umfangreiche Unternehmen führt zu vielfacher Zusammenarbeit auf interner Ebene sowie auf nationaler und internationaler Ebene im Rahmen von Partnerschaften, welche sich auf bedeutende Fördermittel stützen.

3/ Eine Reihe weiterer Dimensionen der Angewandten Sprachwissenschaft oder allgemein der mit Sprache verbundenen Wissenschaften bilden gemeinsam einen dritten Themenkreis in Verbindung mit verschiedenen Fachgebieten (Sprachdidaktik, Soziolinguistik, diachrone Linguistik, Dialektologie, Psycholinguistik) und unterschiedlichen Forschungsgegenständen (Interaktion und Mündlichkeit, Diskurs und Interpretation, Spracherwerb, Sprachstörungen, sprachliche Unsicherheiten, Sprachvariation usw.). Die transversale Thematik der Dynamischen Aspekte der Sprache impliziert einen Bezug auf verschiedene Theorien, wie zum Beispiel der dynamischen Systeme, Komplexität, Emergenz, Nichtlinearität und Variation.

 

Zahlen März 2020

© ATILF | Traduktion ver Anja Smith | Photos : LG, Service communication ATILF & Christelle Poirel, Direction de la communication UL